Wörterbuch

Hier finden Sie Schlüsselwörter, die aktuelle Entwicklungen und Ereignisse aufgreifen. Sie ergänzen die "Landeskunde Deutschland 2018", die dadurch immer auf dem letzten Stand bleibt (mit Seitenverweis). Die Wörter betreffen Kultur, Politik und Wirtschaft und sind mit der Zeit zu einem kleinen Wörterbuch geworden. Sie erfassen auch neuere Entwicklungen des Sprachgebrauchs, u.a. Modewörter und Wendungen.

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  • 1968 plus 50 Jahre
  • Zu Seite 160: Historische Rückblende

    Genau 50 Jahre ist es her, dass linke Studenten in Berlin, München und in anderen Städten auf die Straße gingen und die Republik verändern wollten. Sie demonstrierten für eine Demokratisierung der Hochschulen, wollten eine andere Politik und Gesellschaft und kritisierten alle Anpassungsformen der Leistungsgesellschaft (antiautoritäre Bewegung). Kapitalismuskritik, Karl Marx und Herbert Marcuse waren ihre Markenzeichen. Rückblicken ist festzustellen, dass die 1068er die Bundesrepublik gründlich verändert haben. Zu nennen ist im Besonderen das Verhältnis der Generationen zueinander, die Sexmoral und die Haltung zur deutschen Geschichte, die seitdem aufgearbeitet wird. Die Partei der Grünen, die heute politisch angekommen ist, ist zu dieser Zeit aus der Friedens- und Umweltbewegung entstanden, welche später den Atomausstieg durchgesetzt hat. Negativ war die Entstehung der außerparlamentarischen Opposition (APO); die RAF, Rote Armee Fraktion, verantwortlich für Attentate vor und nach 1970, erklärte sich erst 1998 für aufgelöst.

  • 20 Jahre Bologna
  • Zu Seite 101: Die Hochschulen

    Im Jahr 1999 trafen sich 29 europäische Bildungsminister in Bologna. Sie beschlossen die Harmonisierung der Hochschulen in Europa und schufen einen gemeinsamen Hochschulraum, der Studierende und Lehrende grenzenlos mobil machen sollte. Eine Erklärung wurde unterschrieben, aus der eine Reform mit dem Namen Bologna-Prozess wurde. Vorausgegangen war 1998 die Sorbonne-Erklärung der Bildungsminister Frankreichs, Deutschlands und des Vereinigten Königreichs. Inzwischen hat dieses System Europas Studienlandschaft stark verändert; 48 Ländern sind der Reform beigetreten. Die Kritikpunkte - Verschulung, zu viel Bürokratie - sind inzwischen weitgehend in den Hintergrund getreten. Im Bologna-Prozess wurden als Gemeinsamkeit die Credit Points und die Graduierungsstufen Bachelor und Master eingeführt. Heute studieren 90% aller Studienanfänger nach diesem System. Einige wenige machen noch das Staatsexamen. Durch die Internationalisierung wurden Studiengänge auf Englisch geschaffen, wodurch die Zahl der Studierenden und der Wissenschaftler aus dem Ausland deutlich anstieg. Erasmus+ der EU für Studienaufenthalte im Ausland wird begeistert angenommen; allerdings ist eine Quote von 50% der Studierenden noch lange nicht erreicht. Im Mai 2018 trafen sich in Paris wiederum Wissenschaftsminister und andere Delegierte und berieten über die weiteren Schritte des Reformprozesses. Attraktiv war der Vorschlag des französischen Präsidenten Emmanuel Macron, der in seiner Europa-Rede die Schaffung von europäischen Universitäten mit einem europäischen Abschluss in die Welt gesetzt hat.

  • Jugendparlament
  • Jugendparlamente vertreten die Interessen von Kindern und Jugendlichen gegenüber den jeweiligen Städten und Gemeinden. Sie machen Lösungsvorschläge in Form von Anträgen, die den Politikern vorgelegt werden. Diese Parlamente haben sich aber noch nicht allgemein durchgesetzt.

    Zum Beispiel das Jugendparlament in Bayreuth: Es besteht aus 12 Mitgliedern, die zum Zeitpunkt der Wahl das 14. Lebensjahr vollendet haben und noch nicht 18 Jahre als sind. Das Jugendparlament bekommt von der Stadt Bayreuth einen eigenen Etat, den es in eigener Verantwortung verwaltet. Die Verwendung des Geldes ist jährlich vorzuweisen.