Wörterbuch

Hier finden Sie Schlüsselwörter, die aktuelle Entwicklungen und Ereignisse aufgreifen. Sie ergänzen die "Landeskunde Deutschland 2018", die dadurch immer auf dem letzten Stand bleibt (mit Seitenverweis). Die Wörter betreffen Kultur, Politik und Wirtschaft und sind mit der Zeit zu einem kleinen Wörterbuch geworden. Sie erfassen auch neuere Entwicklungen des Sprachgebrauchs, u.a. Modewörter und Wendungen.

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  • Kiez
  • Das Wort der Kiez kommt wohl ursprünglich aus dem slawischen Sprachraum. Es bezeichnet ein Stadtviertel mit Altbauten, gemütlichen Kneipen und deren Bewohner. Der "echte " Kiez ist etwas runtergekommen, hat aber Atmosphäre. Hier ballen sich manchmal soziale Probleme. Menschen in sozialer Schieflage sind im Kiez zu Hause, die aber durchaus Wege finden, sich mehr oder weniger originell durchs Leben zu schlagen.

    Typische Kieze gibt es in Berlin am Prenzlauer Berg, in Wedding oder Kreuzberg. Kiez heißt aber auch das Rotlicht- und Kneipenviertel in Hamburg.

  • Kindergeld und Elterngeld
  • Zu Seite 64: Die Frau, Familie und Beruf

    das Kindergeld, das Elterngeld:

    Das Kindergeld, das Eltern von der Agentur für Arbeit bekommen, ist nach der Zahl der Kinder gestaffelt. Kindergeld gibt es für alle Kinder bis zum 18. Lebensjahr, für Kinder in Ausbildung bis zum 25. Lebensjahr und für arbeitslose Kinder bis zum 21. Lebensjahr.

    Elterngeld gibt es seit 2007 für Eltern, die wegen eines Kindes ihre Arbeit unterbrechen oder nicht voll arbeiten (= Lohnersatz) oder nicht erwerbstätig sind (= Sozialleistung). Das Elterngeld wird bis zu 14 Monate gezahlt. Für Frauen ist es eine Verlängerung des Mutterschutzes auf 12 Monate. Der Mann kann mindestens 2 Monate das Elterngeld in Anspruch nehmen und beim Kind zu Hause bleiben.

  • Kindertagesstätte (oder Kita oder Hort)
  • Zu Seite 64: Die Frau, Familie und Beruf

    die Kindertagesstätte, die Kindertagesstätten; die Kita, die Kitas: Kinderkrippen sind Einrichtungen für Kinder bis zum vollendeten dritten Lebensjahr. Ab dem dritten Lebensjahr erfolgt im Allgemeinen der Übergang zum Kindergarten. Zuständig für den Ausbau sind meist die Kommunen. Am 1. August 2013 wird eine gesetzliche Regelung in Kraft treten, nach der ein Kind einen Rechtsanspruch auf die frühkindliche Förderung in einer Kita hat. Doch es besteht die Sorge, dass der Ausbau der Kitaplätze zu langsam erfolgt. Vor allem in den westdeutschen Bundesländern fehlt ein ausreichendes Angebot. Während in Bremen 21,8% der Familien keinen Platz finden, sind es in Berlin 15,3% und in Sachsen-Anhalt 4,9%. Die Unterschiede sind historisch zu erklären: mit der Berufstätigkeit von Frauen in der DDR.

    In den westlichen Bundesländern bröckelt seit einiger Zeit das konservative Familienmodell - Frauen kochen und erziehen, Männer verdienen das Geld - und es spricht sich herum, dass inzwischen jedes dritte Kind nicht mehr in einer klassischen Familie groß wird. Frauen sind gut ausgebildet, wollen arbeiten und müssen Familie und Karriere in Einklang bringen. Wenn Politik und Gesellschaft die notwendigen Voraussetzungen schaffen, wäre die Entscheidung, ob Kinder oder nicht, relativ einfach - nämlich zu Gunsten von Kindern.

  • KinderUni
  • Die erste KinderUni startete 2002 in Tübingen, 2003 kamen immer mehr Universitäten in Deutschland, Österreich und der Schweiz hinzu. Heute gibt es KinderUnis an über 50 Unis in Deutschland und an rund 200 Standorten in ganz Europa.

    Die Vorlesungen und Workshops sowie das Rahmenprogramm richten sich an Kinder zwischen 8 und 12 Jahren. Jedes Kind bekommt bei seinem ersten Besuch ein KinderUni-Studienbuch, in das alle besuchten Veranstaltungen eingetragen werden. Die Universitäten und Hochschulen suchen jedes Semester neue Professorinnen und Professoren aus, die den Kindern erzählen, worüber sie forschen und besonders gut Bescheid wissen.

    Themen z.B.: Warum ist Tokio Hotel so beliebt? / Warum sind Banken so wichtig? / Warum spinnen die Römer? / Blitz und Donner / Wie sprechen Tiere miteinander? / Warum gibt es Arme und Reiche in der Welt? / Was wir von Indianern und Waldbesitzern lernen können.

  • Klimaschutzziele
  • Zu Seite 148: Alternative Energien und Klimaschutz

    Die Ziele waren eigentlich klar: Bis 2020 soll der Ausstoß von Treibhausgasen 40% unter dem Wert von 1990 liegen. Bis 2030 sollten es 55% sein. Zurzeit sind 28% erreicht. 30% bis 2020 dürften es werden, 40% sind kaum erreichbar. Der Anteil Erneuerbarer Energien sollte bis 2030 auf 30% steigen. Experten haben die Energiewende unter die Lupe genommen und fordern, deutlich mehr Energie zu sparen. Der Strom- und Wärmeverbrauch ist etwas gesunken, aber der Verkehr nimmt zu und damit der Spritverbrauch aus Erdöl. Um das Ziel 30% weniger Energiekonsum bis 2030 zu erreichen, müsste der Ausstieg aus der Kohle kommen, vor allem aus der Braunkohle, und für CO2-Emissionen müsste ein Mindestpreis gelten. Das EEG (Erneuerbare-Energien-Gesetz) aus dem Jahr 2000 war international wegweisend. Jetzt muss sich Deutschland anstrengen, um weiterhin als Klimaschützer und Verfechter des Pariser Klimaabkommens gut da zu stehen.

  • Kommunales Wahlrecht
  • Zu Seite 21:

    Zuwanderung in der Zukunft Das kommunale Wahlrecht gilt für deutsche Staatsangehörige und nur für Bürgerinnen und Bürger aus EU-Staaten, wenn sie mindestens drei Monate vor der Wahl in einer entsprechenden Kommune gemeldet sind.

  • Kreative
  • Kreative (die Kreativen) sind Beschäftigte, deren Aufgabe das Einbringen neuer gestalterischer Ideen ist, vor allem im Bereich Werbung und Design. Dazu gehören Texter, Werbedesigner oder Art-Direktoren in Werbeagenturen.

  • Kroatien
  • zu Seite 91: Zukunft Europa

    Kroatien ist seit dem 1. Juli 2013 das 28. Mitgliedsland der EU. Die Bevölkerung schwankt zwischen Hoffnung und Skepsis. Die Probleme sind unübersehbar: Die Arbeitslosigkeit ist hoch, die Wirtschaft und die Finanzen nicht stabil, die Wettbewerbsfähigkeit gering und die Bürokratie wirkt lähmend auf Investitionen. Dennoch hofft die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung auf eine Stärkung der Wirtschaft durch den Zugang zu den Strukturfonds.

  • Kulturhauptstadt
  • Die Kulturhauptstadt Europas geht auf eine Kulturinitiative der Europäischen Union zurück. Der Titel wird jährlich an mindestens zwei Städte der Europäischen Uni vergeben. Aber auch Nicht-Mitgliedstaaten können zusätzlich Kulturhauptstädte benennen. Erste Kulturhauptstadt war Athen im Jahr 1985. In Deutschland war 1988 West-Berlin Kulturhauptstadt. 2010 ist es Essen und das Ruhrgebiet.

    Die Gemeinschaft fördert das Projekt; die Städte müssen sich bewerben. Es geht darum, die Gemeinsamkeiten des kulturellen Erbes in Europa herauszustellen und die Bürger Europas zusammenzuführen.

  • Kulturhauptstadt Europas
  • Zu Seite 157

    Seit 1985 vergibt die Europäische Union jährlich den Titel Kulturhauptstadt Europas, seit 2004 an mindestens zwei Städte. Durch diese Ernennung, die finanziell gefördert wird, sollen die Vielfalt und die Gemeinsamkeiten des kulturellen Erbes in Europa sichtbar gemacht werden. Die Städte präsentieren sich mit kulturellen Veranstaltungen, ziehen für ein Jahr lang zahlreiche Besucher an und werden auch touristisch von einem Aufschwung getragen. 2017 haben das dänische Aarhus und Paphos auf Zypern das große Los gezogen. Das Europäische Parlament und der Rat haben eine Liste mit der Reihenfolge der Mitgliedstaaten festgelegt. Der jeweilige Mitgliedstaat setzt ein Auswahlverfahren in Gang und eine unabhängige europäische Expertenjury begleitet die Bewerbungen. Aufgrund der Empfehlungen der Jury ernennt der Mitgliedstaat schließlich die ausgewählte Stadt zur Kulturhauptstadt der EU.

  • Kurzdeutsch
  • Zu Seite 20: Jugendliche heute

    Das sogenannte Kurzdeutsch breitet sich aus: bei jungen Leuten mit Migrationshintergrund, aber nicht nur dort. Untersucht hat das Phänomen die Berliner Sprachwissenschaftlerin Diana Marossek in ihrem Buch: „Kommst du Bahnhof oder hast du Auto?“ (Hanser Verlag 2016) Artikel und Präpositionen werden einfach weggelassen: „Ich bin noch Büro.“ – „Er hat Tor geschossen.“ Soziale Medien sind wohl die Ursache: Geschwindigkeit und Kürze sind da angesagt. Beobachtet wurde aber auch, dass die meisten je nach Situation sofort wieder in die normale Standardsprache wechseln.