Wörterbuch

Hier finden Sie Schlüsselwörter, die aktuelle Entwicklungen und Ereignisse aufgreifen. Sie ergänzen die Landeskunde Deutschland 2016, die dadurch immer auf dem letzten Stand bleibt (mit Seitenverweis). Die Wörter betreffen Kultur, Politik und Wirtschaft und sind mit der Zeit zu einem kleinen Wörterbuch geworden. Sie erfassen auch neuere Entwicklungen des Sprachgebrauchs, u.a. Modewörter und Wendungen.

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  • Leitkultur
  • Leitkultur ist ein Reizwort in der Diskussion um Werte und unterschiedliche gesellschaftliche Grundsätze. Es wurde gefragt, ob sich die Menschen in Deutschland bestimmten Werten verpflichtet fühlen sollten. Das Wort von der "deutschen Leitkultur " wurde debattiert und blieb diffus und problematisch. Deutschland ist längst ein Einwanderungsland, in dem viele Kulturen nebeneinander leben und sich arrangieren. Wer die Unterschiede als Vorteile begreift, kommt auch klar damit. Unzweifelhaft ist aber auch und inzwischen allgemeiner Konsens, dass von Einwanderer die Kenntnis der deutschen Sprache erwartet werden kann. Sie ist Voraussetzung für eine erfolgreiche Integration, denn Kommunikation ist die Basis der Verständigung.

  • Leitkultur
  • Zu Seite 19: Deutsche und Ausländer

    Die "Leitkultur" ist ein schillernder Begriff, der erstmalig im Jahr 2000 von einem Vertreter der Christdemokraten im Bundestag gebraucht wurde. Verfechter einer Leitkultur versuchen, diesen Begriff mit Inhalt zu füllen und zu klären, welche Funktionen er haben soll.

    Dabei stellen sich viele Fragen: Kann es eine Leitkultur in einer Demokratie geben, in der jeder die gleichen Rechte hat und in der jeder, der sich dem Rechtsstaat verpflichtet fühlt und sich an staatliches Recht hält, seine Kultur frei leben kann? Soll sich Leitkultur gegen nichtchristliche und nichtabendländische Kulturgüter wenden? Ist Leitkultur dann eine staatlich verordnete fiktionale Mehrheitskultur? Ihre Durchsetzung würde Umerziehung bedeuten, was mehr als nur bedenklich wäre.

    In einem neuen Papier konservativer Kreise heißt es, zur Leitkultur gehörten Werte und Rechtsnormen, "auch Übereinkünfte, die von der Regelung des Alltaglebens bis zur Ausgestaltung der Rolle Deutschlands in Europa und der Welt reichen". Dazu gehöre der Gebrauch der deutschen Sprache und bewährte Umgangsformen. Man wolle "in Zeiten gesellschaftlicher Unruhe" Halt und Orientierung geben und "Beheimatung" und "Weltoffenheit" miteinander verbinden (gemeinsames Papier der CDU aus Bayern und Sachsen).

    Ein weiterer Beitrag und mit Sicherheit nicht das Ende der Diskussion.

  • Leopoldina
  • Die Leopoldina in Halle, eine über 350 Jahre alte naturwissenschaftlich-medizinische Institution ist im Juli 2008 zur Nationalen Akademie der Wissenschaften erhoben worden, vergleichbar mit den Nationalakademien anderer Länder. Sie soll Stimme der Wissenschaften sein, den Stand der Forschung in wichtigen Fragen (Gentechnik Klimawandel usw.) zusammenfassen und die Politik in diesen Schlüsselthemen beraten. Wie die anderen mächtigen Wissenschaftsorganisationen (Deutsche Forschungsgemeinschaft DFG und Max-Planck-Gesellschaft) daneben oder miteinander bestehen werden, bleibt abzuwarten.

  • libreka! der volltext-finder
  • Die Buchhandelsbranche hat das Projekt libreka! auf den Weg gebracht, das die Inhalte von zurzeit über 82 000 Büchern deutscher Verlage über Internet zugänglich macht. Die Verlage liefern die digitalisierten Inhalte und definieren, wer auf welche Seiten Zugriff haben soll. Die libreka!-Plattform stellt die Buchinhalte als Volltext ins Netz und macht sie damit weltweit recherchierbar.

    libreka! ist ein Kunstwort, das sich aus liber = Buch und Heureka! (= Ich hab´s gefunden!) zusammensetzt.

  • Lohnuntergrenzen
  • SPD, Grüne und die Linke haben im März 2013 im Bundesrat symbolisch einen gesetzlich flächendeckenden Mindestlohn von Euro 8,50 beschlossen. Die Regierungsmehrheit von CDU und FDP im Bundestag vertritt jedoch andere Positionen.
    Die CDU spricht von Lohnuntergrenzen, die nach Branchen und Regionen von einer Kommission von Arbeitgebern und Gewerkschaften festgelegt werden sollen, und zwar in Bereichen, in denen es keinen tariflich festgelegten Lohn gibt. Solche Lohnuntergrenzen existieren bereits in 13 Branchen: Baugewerbe, Bergbau, Aus- und Weiterbildung, Dachdeckerhandwerk, Elektrohandwerk, Gebäudereinigung, Maler und Lackierer, Pflege, Sicherheitsdienstleistungen, Wäschereien, Abfallwirtschaft, Frisörhandwerk und Zeitarbeit. Seit dem 01.01.2012 gelten die Mindestlöhne 7,89 Euro/Stunde im Westen und 7,01 Euro/Stunde im Osten!

    Die FDP ringt noch um klare Positionen. Sie ist grundsätzlich der Meinung, dass Lohnfindung nicht in die Parlamente gehört.

    In 20 der 27 EU-Staaten gibt es einen allgemeinen flächendeckenden Mindestlohn, allerdings in verschiedenen Höhen.