Wörterbuch

Hier finden Sie Schlüsselwörter, die aktuelle Entwicklungen und Ereignisse aufgreifen. Sie ergänzen die "Landeskunde Deutschland 2018", die dadurch immer auf dem letzten Stand bleibt (mit Seitenverweis). Die Wörter betreffen Kultur, Politik und Wirtschaft und sind mit der Zeit zu einem kleinen Wörterbuch geworden. Sie erfassen auch neuere Entwicklungen des Sprachgebrauchs, u.a. Modewörter und Wendungen.

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z
  • Nachhaltigkeit
  • Zu Seite 148: Alternative Energien und Umweltschutz

    die Nachhaltigkeit, Adjektiv: nachhaltig. Verbreitet ist der Begriff: „nachhaltige Entwicklung“. Damit ist eine soziale, ökonomische oder ökologische Entwicklung gemeint, die der jetzigen Generation entspricht, aber Rücksicht auf spätere Generationen nimmt. Der Begriff „Nachhaltigkeit“ stammt aus der Forstwirtschaft und meint hier eine in die Zukunft schauende Bewirtschaftung und Pflege der Wälder. Er ist heute als internationales Leitprinzip der Staatengemeinschaft, der Weltwirtschaft und der Politik anerkannt und wurde in die Milleniumsziele der Vereinten Nationen aufgenommen. Nachhaltigkeit ist der Gegensatz zu Verschwendung und kurzfristiger Plünderung von Ressourcen.

  • nerven
  • er/sie nervt, hat genervt = jemanden auf die Nerven fallen, jemanden belästigen.
    Beispiele: (vorwurfsvoll, z.B. zu einem Kind) „Du nervst!“; „Hör auf zu nerven!“; „Ich bin völlig genervt.“

  • netzwerken (ugs.)
  • Umgangssprachliches schwaches Verb, meist gebraucht im Infinitiv. Bedeutung: ein soziales Netzwerk aufbauen. Beispiel: Erfolgreiches Netzwerken will gelernt sein. Wer netzwerkt, muss medienkompetent sein.

  • NGO
  • NGO (= Nichtregierungsorganisation, Non-Governmental Organisation) bezeichnet einen Interessenverband, der durch zivilgesellschaftliches Engagement zustande gekommen ist (siehe Stichwort „Zivilgesellschaft“).

    NGOs sind demokratisch strukturiert und arbeiten nicht gewinnorientiert. Finanziert werden sie durch Mitgliedsbeiträge, Verkauf von Waren und Dienstleistungen, Spenden und staatlichen Zuschüssen.

    Zu den größten national und international operierenden NGOs gehören Greenpeace (Fokus: Umweltschutz), Amnesty International (Fokus: Menschenrechte), Human Rights Watch (Fokus: Anklage von Menschenrechtsverletzungen), Bund Naturschutz, Attac (für eine sozial und ökologisch gestaltete Globalisierung).

  • Niedriglohn, Mindestlohn, Kombilohn
  • Das Grundgesetz garantiert die Tarifautonomie, aber der Staat mischt sich trotzdem ein.

    Niedriglohn ist eine Bezahlung eines Beschäftigten unterhalb des Tariflohnniveaus eines Landes. Er garantiert auch bei Vollzeitbeschäftigung das Existenzminimum nicht und gibt deshalb als legal, aber sittenwidrig. Die Debatte um einen Niedriglohnsektor in der deutschen Wirtschaft ist noch nicht abgeschlossen. Kritiker sprechen von Lohndumping.

    Beim Kombilohn erhält der Arbeitgeber einen Zuschuss und der Arbeitnehmer zahlt weniger Sozialabgaben.

    Mindestlöhne sind per Gesetz vorgeschriebene Löhne. Die untersten Tariflöhne werden allgemeinverbindlich und dürfen nicht unterschritten werden.
    Im Entsendegesetz werden die Löhne für Bauarbeiter und jetzt auch für Gebäudereiniger festgeschrieben. Weitere Branchen sollen hinzukommen, aber die Arbeitgeber sind dagegen, während sich die Gewerkschaften dafür stark machen.

  • No-go-Areas
  • (= Nicht zu betretende Gegenden) Nach rassistisch motivierten Übergriffen von Neonazis fordern besorgte Opfer die Bezeichnung von No-go-Areas, von bestimmten Gegenden, die besser gemieden werden sollten. Vor allem in Kleinstädten und ländlichen Gegenden der östlichen Bundesländer. Bürger und Öffentlichkeit machen sich in Initiativen und Aktionen gegen die Gefahren von Rechts stark: siehe Info "Halberstadt gegen Rechts " und www.mut-gegen-rechte-gewalt.de.

  • Notruf 112
  • Wie die EU-Kommission in Brüssel mitteilt, ist der in Deutschland bekannte Notruf 112 jetzt in fast allen Mitgliedsländern der Europäischen Union über Festnetz oder Handy erreichbar. Eine Nachricht, die alle Reisenden begrüßen werden.

  • null Bock
  • Zu Seite 81: Wer ist die Generation Y?

    null Bock haben oder keinen Bock haben bedeutet: Ich habe zu nichts Lust, ich resigniere, das interessiert mich nicht.

    Dieser Slangausdruck Jugendlicher stammt aus den Achtzigerjahren und wird auf eine ganze Generation angewandt: die Null-Bock-Generation. Bezeichnend für diese Generation war, dass sie für die Zukunft wenig Sinn gesehen hat, sich zurückgezogen und verweigert hat und vor allem nicht so werden wollte wie ihre Eltern. Damit rebellierte sie gegen bestehende Strukturen.

    Der Soziologe Klaus Hurrelmann stellt fest, dass die Protestgeneration und die Null-Bock-Generation Vergangenheit sind. Heute verhalten sich Jugendliche pragmatisch und leistungsorientiert und wollen Einfluss nehmen.

    Der Jugendslang-Ausdruck scheint inzwischen in die Umgangssprache eingegangen zu sein. Neuester Beweis ist die Aussage des EU-Präsidenten in einem Intervew: „Ich habe keinen Bock, ideologische Debatten zu führen.“