Wörterbuch

Hier finden Sie Schlüsselwörter, die aktuelle Entwicklungen und Ereignisse aufgreifen. Sie ergänzen die Landeskunde Deutschland 2016, die dadurch immer auf dem letzten Stand bleibt (mit Seitenverweis). Die Wörter betreffen Kultur, Politik und Wirtschaft und sind mit der Zeit zu einem kleinen Wörterbuch geworden. Sie erfassen auch neuere Entwicklungen des Sprachgebrauchs, u.a. Modewörter und Wendungen.

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  • Schengener Abkommen
  • Zu Seite 90: Geschichte der EU

    1985 wurde in Luxemburg im Grenzort Schengen ein Abkommen geschlossen, das den Abbau der Personenkontrollen an den Binnengrenzen der EU regelt. Gegenmaßnahmen sind: die verstärkte Kontrolle der Außengrenzen der EU und eine engere Zusammenarbeit der Polizei- und Justizbehörden, um illegale Einwanderung und Missbrauch durch internationale Verbrechen zu verhindern.

    Grenzkontrollen führen Großbritannien und Irland weiterhin durch. Norwegen, Island und die Schweiz sind keine EU-Staaten, nehmen aber an der Schengener Zusammenarbeit teil.

    Durch die heutige ungelöste Flüchtlingsproblematik ist zu befürchten, dass sich einzelne Staaten wieder stärker abschotten und die Kontrollen verstärken.

  • Schengener Informationssystem (SIS)
  • Zu Seite 60: Geschichte der EU

    SIS ist ein gemeinsames Fahndungs- und Informationssystem der Schengen-Staaten. Dadurch können Fahndungsdaten ausgetauscht werden. Zoll-, Polizei oder Verwaltungsbehörden eines Landes dürfen Einträge mit Angaben zu gesuchten Personen, die an schweren Verbrechen beteiligt sind, oder zu vermissten Objekten vornehmen. Es enthält Beschreibungen von Vermissten, besonders von Kindern und Jugendlichen, sowie Informationen z.B. zu Banknoten, Autos, Waffen und Ausweisen, die als gestohlen gemeldet wurden.

    Der Standort ist in Straßburg, mit Schnittstellen zu den nationalen Servern der 28 Mitgliedstaaten.

  • Schuldenkrise der EU
  • Zu Seite 90: Geschichte der EU

    Für die Bewältigung der Staatsschuldenkrise der EU entstanden verschiedene Rettungspakete: der Euro-Rettungsschirm (EFSF, EFSM) und der dauerhafte ESM. Hinzu kamen Hilfen von der Europäischen Zentralbank (EZB) und dem Internationalen Währungsfonds.

    Im Gegenzug mussten die verschuldeten Länder Reformen durchführen, die zu sozialen Härten und Arbeitslosigkeit führten. Länder wie Portugal, Spanien, Italien und Griechenland sind auf dem Weg der Erholung, aber die Bürger werden wohl einen längeren Atem brauchen. Vorrangiges Ziel wird die Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit sein.

  • Selbstverwirklichung
  • Selbstverwirklichung bedeutet, das Eigene zu finden und seine Ziele und Sehnsüchte zu leben.
    Oberstes Ziel ist Glück und ein erfülltes Leben. Als ideologisches Muster in unserer Gesellschaft gilt der Spruch: "Du bist deines Glückes Schmied. " Das kann auch heißen: "Setze deine Ellbogen ein, um es zu erreichen. " Gefahr droht von den "Egotripp-Menschen ", die ihren eigenen Vorteil im Auge haben. Doch die Befürchtungen, dass die Singles der Großstädte zu Eremiten werden, hat sich nicht bewahrheitet: Solidarität ist immer noch gefragt, wie sich inzwischen herausgestellt hat.

    In Ostdeutschland scheint Anfang der 90er Jahre etwas verloren gegangen zu sein, an dessen Stelle vielfach nichts Neues getreten ist. Die Vision vom Leben, eine bestimmte Form des Glücks ging verloren. Und damit begannen für viele die Probleme. "Ostalgie " ist manchmal die Antwort darauf. Der Ausdruck bezeichnet eine Rückwendung und eine falsch verstandene Verbrämung der sozialistischen Vergangenheit, in der es keine Arbeitslosigkeit gab. Verdrängt wird dabei, dass dieser Zustand mit internationaler Abkapselung und Unfreiheit bezahlt wurde.

  • Shell Jugendstudie - 1953 bis 2006
  • Die Shell-Jugendstudie, ein Standardwerk der Jugendforschung - wird seit 1953 in regelmäßigen Abständen veröffentlicht. Zuletzt ist die 15. Jugendstudie - Jugend 2006, eine pragmatische Generation gerät unter Druck - erschienen. Befragt wurden 2.532 Jugendliche zwischen 12 und 25 Jahren aus allen Bundesländern. Die Erhebung fand auf der Grundlage von standardisierten Fragebögen und persönlichen Interviews statt. Gefragt wurde nach der Lebenssituation der Jugendlichen, nach ihren Einstellungen und Orientierungen.

  • Sie und Du
  • Wer das Du anbieten möchte, kann sagen: "Wollen wir nicht Du sagen? " und fügt oft noch eine Begründung hinzu: "Wir kennen uns doch schon so lange. " Das Duzen ist heute in Betrieben häufiger als noch vor Jahren, vor allem in Arbeitsgruppen. Doch sollte man darauf achten, eine möglichst einheitliche Regelung zu finden. Wenn geduzt wird und nur ein Einzelner gesiezt und damit ausgeschlossen wird, wäre das für die Arbeitsatmosphäre sehr ungeschickt. Das Du bietet übrigens immer der in der Hierarchie Höherstehende an. Kann man eigentlich auch ablehnen? Grundsätzlich ja, aber das erfordert viel Fingerspitzengefühl. So könnte man zum Beispiel sagen: "Das ist sehr nett, dass Sie mir das Du anbieten, aber mir wäre doch lieber, wenn wir beim Sie bleiben ". Peinlich wird es allerdings, wenn Kolleginnen und Kollegen sich auf einer feuchtfröhlichen Feier plötzlich anfangen zu duzen und am nächsten Tag bei klarem Verstand zum Sie zurückkehren.

  • Stadtrat
  • Zu Seite 21:

    Deutsche und Ausländer Nach der Einbürgerung können Ausländer an allen Wahlen teilnehmen und für Parlamente und Stadträte kandidieren.

    Die Untersuchung einer Arbeitsgruppe am Max-Planck-Institut stellte fest: In den 77 untersuchten Großstädten sind nur 15, in denen keine Stadträte mit Migrationshintergrund vertreten sind. In absoluten Zahlen beträgt der Anteil insgesamt aber nur 4%, allerdings mit steigender Tendenz. Das ist wenig im Vergleich zu der Tatsache, dass über ein Viertel der Bevölkerung in den Großstädten einen Migrationshintergrund hat.

  • Stromtrassen
  • Zu Seite 148: Alternative Energien

    Von Nord nach Süd quer durch Deutschland verlaufende Stromtrassen werden den Strom, den Windparks in der Nordsee liefern, bis nach Baden-Württemberg und Bayern verteilen. Favorisiert werden nicht dezentrale regionale Lösungen, sondern die großen Stromautobahnen. In die Planungen wird auch die Bevölkerung mit eingebunden, die sechs Wochen lang Zeit hat, Stellung zu nehmen. Nach massiven Protesten von Bürgern und des Bundes Naturschutz ist beschlossen worden, einen Teil der Leitungen unterirdisch zu verlegen, um das Landschaftsbild zu schonen. Der Verlauf der einzelnen Trassen steht inzwischen fest.

  • Strukturfonds der EU
  • Zu Seite 92: Organe der EU

    Es gibt folgende Strukturfonds:

    Der Europäische Sozialfonds (ESF): Förderung auf dem Arbeitsmarkt
    Der Europäische Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) (umgangssprachlich: Europäischer Regionalfonds): in Deutschland zur Förderung von Regionen, deren Bruttoinlandsprodukt unter dem EU-Durchschnitt liegen; Förderung von Wettbewerbsfähigkeit kleiner und mittlerer Unternehmen.).

    Der Europäische Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes

    Der Europäische Garantiefonds für die Landwirtschaft
    Der Europäische Fischereifonds
    Der Kohäsionsfonds: für Umweltprojekte und transeuropäische Verkehrsnetze zur Festigung des Zusammenhalts innerhalb der EU.

    Darüber hinaus gibt es Gemeinschaftsinitiativen, z.B. INTERREG V: Förderung der Zusammenarbeit der Regionen LIFE+: Zur praktischen Umsetzung der Umweltpolitik Marco Polo II: für Maßnahmen des Straßenverkehrs Förderprogramme Kultur und Media, Austausch in der beruflichen Aus- und Weiterbildung.

  • suboptimal
  • seit ca. zehn Jahren gebrauchtes Adjektiv in Umgangssprache und Presse. Bedeutung: nicht besonders gut, weniger gut. Beispiel: Es sind Fehler passiert. Das Ergebnis ist suboptimal.

  • Subsidiarität
  • Zu Seite 25 Die Bundesländer

    Das Wort bedeutet „Zurücktreten“ oder „Nachrangigkeit“, d.h. dass eine untergeordnete Stelle oder Organisation eine Aufgabe übernehmen kann, wenn sie besser dafür geeignet ist. Dieses Prinzip hat sich in föderalen Staatengemeinschaften bewährt. Auch im Vertrag von Maastricht der Europäischen Union (Artikel 5) ist das Prinzip der Subsidiarität festgelegt.

    Entscheidungen können auf europäischer, nationaler oder lokaler Ebene gefällt werden. Entscheidend ist, auf welcher Ebene sie am besten behandelt werden können. Nicht alles muss in Brüssel geregelt werden, wenn einzelne EU-Länder z.B. ein Gesetzesverfahren effizienter bearbeiten und entscheiden können. Die nationalen Parlamente überwachen die Einhaltung der Subsidiarität und können ein Vetorecht ausüben oder klagen, wenn gegen dieses Prinzip verstoßen wird (Vertrag von Lissabon). Auch der Ausschuss der Regionen ist in die Kontrolle mit eingeschlossen.

    Das Prinzip der Subsidiarität ist geschaffen worden, um Entscheidungen so bürgernah wie möglich zu treffen. In der Praxis sind die Abgrenzungen zwischen Zuständigkeiten der Gemeinschaft und der Mitgliedstaaten fließend. Dann entscheidet der Gerichtshof der Europäischen Gemeinschaften (EuGH).